Der Basstölpel (Sula Bassana)

Der Basstölpel ist erst seit 1991 dauerhafter Brutvogel am Lummenfelsen und damit die jüngste am Lummenfelsen brütende Seevogelart.

Damals brütete das erste Paar in den Klippen, heute können zur Brutzeit über 1200 Paare (Stand 2019) im und auf dem Felsen beobachtet werden.

 

Den deutschen Namen Basstölpel verdanken sie zum einen dem Umstand, dass sie sich an Land ungelenk fortbewegen, daher leicht zu töten waren und früher gerne auch als

Nahrung für Seefahrer und Küstenbewohner dienten und zum anderen ihrem Vorkommen auf dem Bass-Rock (kleine Felsinsel) in Schottland. Der Basstölpel ist der größte Hochseevogel der nördlichen Hemisphäre. Er erreicht eine

Spannweite von bis zu 190 cm und ein Gewicht von drei bis vier Kilogramm. Somit ähnelt er von der Größe her einer Graugans. 

Sie sind sehr gute Flieger und Taucher und erbeuten ihre Nahrung (hauptsächlich Fisch) mit ihrem spitzen, kräftigen Schnabel, durch Stoßtauchen ins Wasser.

Dabei stürzen sie sich aus 30 bis 40 Metern auf ihre im Meer schwimmende Beute und erreichen dabei Geschwindigkeiten von bis zu 100 km/h. Durch den Stoß tauchen sie etwa drei Meter tief und gelangen durch Unterwasserschwimmen mit Beinen und Flügeln tiefer (bis zu 15 Meter). Dabei untertauchen sie den Fischschwarm underbeuten die Nahrung von unten mit ihren sägeartigen Schnäbeln.

Als zweite Seevogelart am Lummenfelsen betreiben Basstölpel Nestbau, bei dem sie ab Anfang März mit ihrem Partner beobachtet werden können. Ebenso wie die anderen Arten, ist der Basstölpel sehr partnertreu und trifft jedes Jahr am gleichen Brutplatz wieder ein.

Ende März wird ein Ei (sehr selten auch zwei) gelegt, was 42 bis 46 Tage bebrütet wird. Nach dem Schlüpfen verbringen die Jungen zwischen 84 und 97 Tage im Nest und werden von den Eltern versorgt. Damit halten sich die jungen

Basstölpel länger als alle anderen Jungvögel der Brutvögel am Lummenfelsen auf.

Da sie während der Versorgungszeit starkes Übergewicht aufbauen, sind sie am Ende der Nestlingszeit nicht immer vollkommen flugfähig. Manche Jungtiere lassen sich herab auf das Meer gleiten und verweilen dort ca. zehn Tage, bis sie genug Gewicht verloren haben. Erst anschließend können sie sich in die Lüfte erheben.

In den ersten zwei Jahren fliegen die Jungvögel häufig zum Überwintern noch in den Süden, an die tropischen Küsten Westafrikas. Später halten sie sich üblicherweise in den Breiten ihrer Brutgebiete auf, die sich vorwiegend im Norden Europas befinden.

In ihren ersten Lebensjahren lassen sich die Jungvögel noch sehr gut von den adulten unterscheiden.

Sie haben ein bräunlich-weißes Gefieder, was sich mit dem Alter, am Kopf beginnend, immer mehr ausfärbt. Mit ca. vier bis sechs Jahren sind sie vollkommen ausgefärbt und haben das reinweiße Körpergefieder, die schwarzen Flügelspitzen und den hell- bis dunkelgelb gefärbten Kopf und Nacken der Altvögel. Mit diesem Alter sind sie geschlechtsreif, suchen sich einen Partner und beginnen an ihrem Geburtsfelsen oder einem anderen Platz zu brüten.

 

Plastikmüll und Lummenfelsen

Jedes Jahr gelangen zwischen 4,8 und 12,7 Millionen Tonnen Plastikmüll in unsere Meere. Dieses von Menschenhand gemachte Problem, birgt vor allem für viele Tiere eine

große Gefahr. So auch für die Brutvögel am Lummenfelsen.

 

Besonders Basstölpel vertauschen die bunten Netzreste oder Schnüre oder präferieren es gegenüber organischem Nistmaterial wie Großalgen. Als Folge kann es passieren,

dass sie sich oder andere Brutvögel (häufig Lummen) in den Plastikresten verstricken und durch Strangulation oder Verhungern qualvoll sterben.

 

Leider ist dies keine Seltenheit am Lummenfelsen. Deswegen wurde vom Stationsleiter für Ornithologie auf Helgoland, Elmar Ballstaedt, das vierjährige Projekt „Basstölpel und Meeresmüll“ ins Leben gerufen. Bei diesem Projekt sollen die

Auswirkungen des Plastikmülls auf die Seevögel, sowie die Herkunft des als Nistmaterials benutzten Plastiks am Beispiel des Basstölpels untersucht werden.

Weitere Informationen zu dem Projekt unter: www.basstoelpel-und-meeresmuell.de


Kontakt

Verein Jordsand zum Schutz der Seevögel und der Natur e. V.

Bornkampsweg 35

22926 Ahrensburg

Tel.: 04102 32656

Email: info@jordsand.de


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